Das Ziel des Modellversuchs « Jugendhilfeverläufe: Aus Erfahrung lernen (JAEL) » (2016-2021) ist es, die unterschiedlichen Entwicklungsverläufe von ehemalig ausserfamiliär platzierten Kindern und Jugendlichen zu untersuchen. Bereits im Zeitraum von 2007-2012 wurden im « Modellversuch Abklärung und Zielerreichung (MAZ.) » 592 Kinder und Jugendliche aus über 60 sozialpädagogischen Institutionen in der Deutschschweiz, der Romandie und dem Tessin befragt. Die Ergebnisse zeigten eine deutlich überdurchschnittliche psychosoziale Belastung dieser Kinder und Jugendlichen mit hohen Massen an Psychopathologie, traumatischen Erfahrungen und delinquentem Verhalten.

Jetzt, rund zehn Jahre später, werden diese mittlerweile jungen Erwachsenen zu ihrer aktuellen Lebenssituation erneut befragt. JAEL verspricht sich wichtige Erkenntnisse, welche künftig zur Verbesserung der Praxis beitragen sollen. Das Studiendesign erlaubt es einerseits, die längerfristigen Entwicklungsverläufe der Transition ins junge Erwachsenenalter zu beschreiben, und andererseits Einsicht zu bekommen, wie die ehemalig ausserfamiliär untergebrachten Kinder und Jugendlichen selbst diese Zeit erlebt haben.

Die Erkenntnisse von JAEL werden in einem E-Learning-Programm aufbereitet. Dieses soll Fachpersonen aus der Praxis erlauben, mehr Sicherheit im Umgang mit Risiko- und Schutzfaktoren zu erhalten, um eine positive Entwicklung der Kinder und Jugendlichen zu bekommen. Dieses E-Learning-Konzept wird vom Team der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Ulm extern evaluiert. Das ganze Projekt wird vom Schweizer Bundesamt für Justiz unterstützt.